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New Work

Aufgrund maßgeblicher Veränderungen der Gesellschaft verändert sich auch die Arbeitswelt. Unter dem Stichwort „New Work“ werden die damit verbundenen neuen Anforderungen diskutiert, mit dem Ziel Arbeit in der Praxis nachhaltig neu zu gestalten (vgl. Hackl, Wagner, Attmer & Baumann, 2017, S. 44). Von besonderer Bedeutung sind dabei neue Arbeitsformen, eine veränderte Führung, verschiedene Arbeitszeitmodelle, agiles Handeln und die Beachtung von Diversity.

1. Arbeitsformen wie Arbeitsplatzgestaltung/Workspaces/Arbeitsort

Mit der Industrie 4.0 geraten besonders Individualisierung und Flexibilität in den Fokus (vgl. Kürschner, 2015, S. 68). Es wird eine Veränderung der Unternehmenskultur notwendig, die auch den Arbeitsplatz neu definiert. Er wandelt sich zunehmend zum Wohlfühlort (vgl. ebd., S. 140). Im Zuge der New Work Bewegung werden auch Open Workspaces mit unterschiedlichen Zonen für kreatives und konzentriertes Arbeiten immer populärer (vgl. Sigel, 2018). Je nach Session können unterschiedliche Settings die optimale Arbeitsumgebung bieten (Dark Horse Innovation, 2018). Der Aspekt der Flexibilität muss sich somit in einem möglich breiten Angebot an Arbeitsplätzen äußern. Neben verschiedenen Räumen zur Teamarbeit, muss es Einzelarbeitsplätze sowie Entspannungs- und Freizeitangebote geben. Schließen sollten Punkte wie Ergonomie, Raumtemperatur, Beleuchtung und Luftqualität nicht vernachlässigt werden, da diese für Mitarbeiter von hoher Bedeutung für einen effektiven Arbeitsplatz sind (vgl. Leesman, 2017, S. 19).

2. Führung

Die klassische Definition von Führung spricht von „asymmetrische[n] soziale[n] Beziehungen der Über- und Unterordnung“ (Maier, Bartscher & Nissen, 2018). Im Zuge von New Work gerät der Hierarchieaspekt jedoch zunehmend in den Hintergrund. Die aktuellen Veränderungen bringen eine neue Macht der Mitarbeiter mit sich, die erkannt und respektiert werden muss (vgl. Jäger & Körner, 2016, S. 107). Weitere wichtige Aspekte stellen Transparenz, Neugier, Bescheidenheit und Offenheit dar (vgl. ebd.). Im Zuge dessen muss sich auch eine neue, positive Fehlerkultur etablieren (vgl. Creusen, Gall & Hackl, 2017, S. 118). Kontrolle muss somit aufgegeben, während die Führung behalten werden muss (vgl. Jäger & Körner, 2016, S. 107f.).

3. Arbeitszeitmodelle

Häufig wird Arbeit mit Zeit gleichgesetzt. Doch mit dem Wandel der Arbeitswelt verändert sich auch diese Sichtweise (vgl. Hackl, Wagner, Attmer & Baumann, 2017, S. 6). Neue Arbeitsmodelle ermöglichen eine Überlappung von Freizeit und Arbeit, weshalb häufig nicht mehr von Work-Life-Balance, sondern Work-Life-Integration gesprochen wird (z.B. ebd., S. 117). Dabei muss jedoch bedacht werden, dass jeder Arbeitnehmer individuelle Interessen hat. Trotz des Wandels hin zu mehr Flexibilisierung gibt es Arbeitnehmer, die sich eine klare Trennung von Arbeit und Freizeit wünschen (vgl. ebd., S. 24). Möchte sich ein Unternehmen als New Work-Arbeitgeber aufstellen, muss es folglich unterschiedliche Arbeitszeitmodelle für seine Mitarbeiter anbieten. Über die Jahre haben sich dabei verschiedenste Modelle entwickelt. Neben der klassischen Gleit- und Teilzeit werden in vielen Unternehmen bereits Lang- und Kurzzeit-Arbeitszeitkonten geführt. Immer häufiger werden auch Jobsharing, Arbeiten im Home Office, Remote Working, Vertrauensarbeitszeit oder sog. Sabbaticals, also mehrmonatige Auszeiten angeboten (Stehr, 2018). Desweiteren wird häufig eine 4-Tage Woche angeboten und teilweise sogar das Konzept des unbegrenzten Urlaubs eingesetzt (Gelpke, 2018).

4. Agilität

Agilität kann definiert werden als „die Fähigkeit… in einem unsicheren, sich veränderndem und dynamischen Umfeld flexibel, anpassungsfähig und schnell zu agieren“ (Hofert, 2018, S. 5). Bereits die Bedeutung des Wortes selbst macht deutlich, weshalb Agilität ein grundlegender Fokus im Rahmen der New Work Debatte sein muss. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit sind elementar in einer sich verändernden Arbeitswelt. Um agil Handeln zu können, muss eine Orientierung an agilen Prinzipien erfolgen, welche wiederum auf bestimmten Werten aufbauen. Es können acht agile Werte definiert werden: Selbstverpflichtung, Rückmeldung, Fokus, Kommunikation, Mut, Respekt, Einfachheit, Offenheit (vgl. Hofert, 2018, S. 11). Um in der neuen Arbeitswelt bestehen zu können, müssen Unternehmen ihr Handeln an diesen Werten orientieren.

5. Diversity

Diversity bezeichnet „individuelle, soziale und strukturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Menschen und Gruppen“ (Abdul-Hussain & Hofmann, 2013). Durch gesellschaftliche Veränderungen wie Globalisierung und demografischer Wandel verändert sich der Arbeitsmarkt kontinuierlich. Die so entstehende Diversität muss erkannt und gemanagt werden. Kerndimensionen von Diversität bilden dabei das Geschlecht, das Alter, die Hautfarbe, die Ethnizität bzw. Nationalität, Behinderungen oder Beeinträchtigungen, die sexuelle Orientierung sowie die Religion und Weltanschauung (vgl. ebd.). Hierbei ist es besonders wichtig nicht ausschließlich eine Dimension zu fokussieren. Es muss multidimensional und intersektional gedacht werden (vgl. ebd.).

 

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Literaturverzeichnis

Abdul-Hussain, S. & Hofmann, R. (2013). Dimensionen von Diversität. Abrufbar unter: https://erwachsenenbildung.at/themen/diversitymanagement/grundlagen/dimensionen.php. Letzter Zugriff: 25.02.2019

Creusen, U., Gall, B. & Hackl, O. (2017). Digital Leadership. Führung in Zeiten des digitalen Wandels. Wiesbaden: Springer Gabler.

Dark Horse Innovation (2018). New Workspaces: Das richtige Setting für Teamarbeit. Abrufbar unter: https://das-unternehmerhandbuch.de/new-workspace/. Letzter Zugriff: 26.02.2019.

Gelpke, A. (2018). New Work: 8 flexible Arbeitsmodelle und ihre Vorteile. Abrufbar unter: https://www.wearesquared.de/blog/8-flexible-arbeitsmodelle-was-sind-die-vorteile. Letzter Zugriff: 04.03.2019

Hackl, B., Wagner, M., Attmer, L. & Baumann, D. (2017). New Work: Auf dem Weg zur neuen Arbeitswelt. Management-Impulse, Praxisbeispiele, Studien. Wiesbaden: Springer Gabler.

Hofert, S. (2018). Agiler führen. Einfache Maßnahmen für bessere Teamarbeit, mehr Leistung und höhere Kreativität. 2. Aufl., Wiesbaden: Springer Gabler.

Jäger, W. & Körner, P. (2016). New Work, New Leadership. In Thorsten Petry (Hrsg.). Digital Leadership: Erfolgreiches Führen in Zeiten der Digital Economy. Freiburg: Haufe-Lexware, S. 99-114.

Kürschner, I. (2015). New Work. Wie wir morgen tun, was wir heute wollen. Berlin, Wien: Goldegg Verlag.

Leesman (2017). The Next 250K. Abrufbar unter: https://www.leesmanindex.com/250k/. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

Maier, Bartscher & Nissen (2018). Führung. Abrufbar unter: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/fuehrung-33168/version-256695. Letzter Zugriff: 04.03.2019

Sigel (2019). Open Workspace. Abrufbar unter: https://www.sigel-office.com/de/open-workspaces/. Letzter Zugriff: 04.03.2019

Stehr, C. (2018). Große Freiheit? Was flexible Arbeitszeitmodelle bringen. Abrufbar unter: https://www.monster.de/karriereberatung/artikel/was-flexible-arbeitszeitmodelle-bringen. Letzter Zugriff: 04.03.2019